Behandelter Abschnitt Ps 84,4.5.12
Drei „Glückselig“ Psalm 84
David gibt uns ein liebliches Bild der Sehnsucht nach dem Hause Gottes. In Vers 3 braucht er den Ausspruch: Selbst der Sperling hat ein Haus gefunden und die Schwalbe ein Nest für sich, wo sie ihre Jungen hinlegt. David war ein guter Beobachter des Firmaments, der Felder und hier der Vögel. Offenbar hat er gesehen, wie Sperlinge und Schwalben ihre Nester in Zion bauten für sich und ihre Jungen. Auch die Jungen gehören in das Haus Gottes, um gemeinsam mit den Alten dem Herrn Loblieder zu singen. David wünschte, er könnte auch dort sein. In Psalm 55 sehnte er sich nach Flügeln einer Taube, hier nach denen einer Schwalbe, um dahin zu fliegen und zu wohnen, um gemeinsam mit andern dem Herrn Loblieder zu singen. Mit dem einfachsten Nest wäre er zufrieden, wenn er nur daselbst wohnen dürfte. Er preist diejenigen glückselig, die dieses Vorrecht haben.
Der Leser wird bemerkt haben, dass drei Mal das Wort glückselig vorkommt (Luther übersetzt mit „wohl dem“). In Vers 4 „Glückselig, die da wohnen in Deinem Hause, stets werden sie Dich loben. Sela!“ In Vers 5 „Glückselig der Mensch, dessen Stärke in Dir ist, in dessen Herzen gebahnte Wege sind.“ Im letzten Vers kommt nochmals derselbe Ausdruck vor: „Glückselig der Mensch, der auf Dich vertraut.“
Glückselig, die da wohnen in Deinem Hause. Eben sahen wir, dass David die Vöglein um ihr Glück, im Hause des Herrn zu wohnen, beneidet, um gemeinsam mit den Jungen den Schöpfer zu loben. Früher wohnte David in der Burg Zion, nun war er obdachlos. Seinem Palast fragte er nicht nach, aber die Heiligtümer Gottes gingen ihm über alles. Das Höchste für ihn war, mit seinem Gott unter einem Dach zu wohnen. Gar gern möchte er wieder mit anderen Heiligen seinem Gott ein Loblied singen und Ihm für alle Seine Wohltaten danken, und das sagt er in der Verbannung. David will nicht nur daselbst Gast sein, sondern wohnen, daheim sein. Einen kleinen Einblick bietet uns die Heimkehr des verlorenen Sohnes; wie war er glücklich mit dem Vater und allen anderen, als er wieder die Gemeinschaft mit dem Vater genoss, die Küsse der Liebe und am reich gedeckten Tisch sitzen durfte.
Im Hause Gottes hörte er das Wort, das er über alles liebte. Hier kamen Verirrte wie Asaph zurecht. Hier bekehrten sich Sünder wie später der Zöllner in Lukas 18. Hier sah er vor allem das eine Große, wie am ehernen Altar Sühnung für den Sünder getan ward durch das Blut der Böcke. Er wird gesehen haben, wie Sünder in das Zelt kamen und wie dort Sühnung für ihre Sünde getan wurde. Was ist die Folge solchen Wohnens im Haus Gottes? Die nächste Zeile sagt es uns:
Stets werden sie Dich loben. David tat es sieben Mal des Tages (Ps 119,164). Wofür mag er gedankt haben? In Psalm 103 sagt er unter anderem, er will danken „für alle Seine Wohltaten“. In Psalm 116 fühlt er sich schuldig und fragt sich selbst: „Wie soll ich dem Herrn vergelten alle Seine Wohltaten, die Er an mir getan hat.“ Der Herr erwartet von uns das Opfer des Lobes (Heb 13,15). Er erwartet auch unsere materiellen Opfer (Heb 13,16). Besonders aber das unseres Leibes (Röm 12,1). Der Herr war sehr enttäuscht über die neun Geheilten, die es unterließen, Ihm für ihre Heilung zu danken. „Wer Dank opfert, der preiset mich“ (Ps 50,23). Hätte David das schöne Lied gekannt, das wir so gern singen, dann hätte er gewiss mit eingestimmt. „Auf dem Lamm ruht meine Seele, betet voll Bewunderung. Alle, alle meine Sünden hat Sein Blut hinweggetan.“
Das zweite Glückselig (Vers 5). Glückselig der Mensch, dessen Stärke in Dir ist, in dessen Herzen gebahnte Wege sind. Er rechnet nicht mit eigener Kraft, sondern mit der von oben. Das hat David schon früh erfahren. Den Löwen und den Bären konnte er unmöglich in eigener Kraft überwinden. Und womit besiegte er Goliath, der sich so seiner Kraft brüstete? Im Namen des Herrn, in Ihm ist Kraft; mit Ihm überwinden wir weit. Gewiss hat jeder von uns oft Jesaja 40,29-31 an sich erfahren. Was ist der Segen solchen Vertrauens?
Sie finden gebahnte Wege. Sie durchwandern nicht nur wie andere Pilger das Tränental, sondern das Gegenteil, sie graben daselbst Brunnen für die Schmachtenden, die folgen. Eine andere Übersetzung sagt, sie hinterlassen Segen. Segen hinterlassen sollte unser größtes Verlangen sein. Der Knecht in 1. Mose 24 bat um einen gebahnten Weg, und er wurde über Verstehen erhört. Auch Paulus bat darum und wurde erstaunlich geführt (Apg 16,9). Das erfuhren öfters die Jünger (Mt 21,2; Mk 14,15). Fast täglich gilt es, Entschlüsse zu fassen, für die wir Leitung von oben benötigen. Er ist ja bei uns und leitet uns gern mit Seinen Augen (Ps 32,8; 37,5).
Das dritte Glückselig. Herr Zebaoth, glückselig der Mensch, der sich auf Dich verlässt. Beachten wir hier den Titel Zebaoth, d. h. Herr der Heerscharen, der hier dem Herrn gegeben ist. Das hat David oft erfahren, wenn er den Herrn befragte (2Sam 5,24). Die Philister wollten ihn umbringen, David aber wartete, bis der Herr mit Seinen Heerscharen eintraf und ihm einen großen Sieg schenkte. Ähnliches erlebte Asa, als die Mohren gegen ihn kämpften. Dort lesen wir, Jahwe schlug sie (2Chr 14). Kennen wir diese drei „Glückselig“? Wer erfährt sie? Diejenigen, die da wohnen im Hause Gottes. Ferner diejenigen, deren Stärke im Herrn ist, und alle, deren Vertrauen allein auf Gott gerichtet ist.