Wahre Freude
Behandelter Abschnitt Ps 5,11-12
„Es werden sich freuen alle, die auf Dich trauen, ewig werden sie jubeln, und Du wirst sie beschirmen, und in Dir werden frohlocken, die Deinen Namen lieben.“ Das Wort Freude kommt viel in der Schrift vor. Da ist die allgemeine Freude, die wir schon im Kinde sehen. Freude über Gelingen, Gesundheit und schöne Erlebnisse. Die größte aber, ist die Freude am Herrn, sie ist unsere Stärke. Die Schrift befiehlt, allezeit fröhlich zu sein (Röm 15,13; Jes 12,4).
Die Art der Freude. Sie gleicht nicht leuchtenden Seifenblasen, sondern ist bleibend (Joh 15,11). Alle erfahren sie, die dem Herrn und Seinen Verheißungen vertrauen.
Sie ist beständig. Ewig werden sie jubeln. Selbst im Elend wie Hiob war (Hiob 1,21), oder wie bei Paulus und Silas (Apg 16,25). Sie ist nicht nur für gesunde, sondern auch für Leidenstage. Der Gläubige hat das Vorrecht, allezeit fröhlich zu sein. Das schrieb Paulus den Philippern (4, 4).
Unsere Freude soll gesehen werden. Die Hohenpriester und die Ältesten sahen sie bei den Aposteln. Und woher kam sie? Sie sahen, dass sie mit Jesus waren (Apg 4,13.14). Der Vers redet von Jubeln. Niedergeschlagenheit bewirkt Trauer, drückt die Gemüter der andern, aber die Freude am Herrn richtet auf.
Ein logischer Grund zur Freude. „Denn Du beschirmst sie.“ Nachtstunden sind etwas Kostbares; David hat sie viel erfahren. Er denkt über die vielen Bewahrungen vor den Feinden nach, er freut sich darüber und dankt dem Herrn. Es ist, als regne es Freude. Wir jauchzen mit Maria: „Meine Seele erhebet den Herrn, und mein Geist freuet sich Gottes meines Heilandes. Er hat große Dinge getan“ (Lk 1,46). Freude ist vor allem Herzenssache. Es ist Beschäftigung mit Seinem Herrn und Wort, betet an, greift zur Harfe und singt Ihm ein Loblied.
Der Grund und die Ursache der Freude. Sie ist ganz logisch. Sie entspringt in Gott und Seinem Wort der Wahrheit. « Lass alle, die Dir vertrauen, sich freuen.» Warum? Bei Ihm und Seinem Wort gibt es keine Enttäuschungen. Ist unsere Seele ermattet von all den Stürmen des Tages, so fliegen wir, wie die Taube zur Arche, und ruhen in den Händen des Herrn, wie die Taube in denen des Noah. Meine Seele ruht in Gott, und niemand reißt mich aus Seiner Hand. Unter den Flügeln der Henne sind die Kücklein geborgen. Das drückt der Psalmist so ermunternd in Psalm 91 aus.
Wovor behütet Er uns? Vor allem Übel. Seine Engel gehen mit uns (2. Mose 23,20). Sie geleiten uns nach der oberen Heimat, wie den Jakob auf der Leiter (1Mo 28). Er ist unser festes Schloss und unsere Burg (Ps 27,3).
Der Ursprung unserer Freude. Sie kommt vom Herrn selbst und ist reichlich in unsere Herzen ausgegossen worden. Sie ist die Frucht des Geistes. Je mehr wir den Herrn loben, umso mehr erfüllt Seine Freude unsere Herzen. Jesus sagt: „Meine Freude gebe Ich euch.“ Und wiederum: „Ihr werdet euch freuen mit unaus-sprechlicher Freude“. Je mehr wir die Gabe Gottes, Seinen geliebten Sohn erkennen dürfen, umso mehr wächst die Freude am Herrn in uns. Der Apostel empfiehlt uns in Hebräer 12,2.3: „Betrachtet Jesus!“ Das ist die lohnendste Beschäftigung und beglückt das Herz.
Unsere Freude kommt aus dem Glauben. Der Sünder, der am Kreuz das Heil erfasst, ist voller Heilsfreude. Er glaubt an Jesaja 54,8. „Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt.“
Er ist der Geber unserer Freude (Pred 2,26). Jesus war auserkoren, uns Freude zu bringen. „Siehe, ich verkündige euch große Freude“ (Lk 2,10). Wir empfangen diese kostbare Frucht des Geistes bei unserer Wiedergeburt, und sie ist bald allen sichtbar (Ps 40,4). Die Welt merkt unsere Freude ob dieser großen Gabe Gottes (Joh 3,16). Vom Herrn zu hören „der Vater selbst hat euch lieb“ ist unfasslich groß (Joh 16,27). Aber weit mehr ist, dass die ganze Dreieinigkeit in uns wohnt (Joh 14,23; 1Kor 6,9). Wer sich über solche Gnadenerweisungen nicht freuen kann ist blind. Wer sie aber erfasst hat völlige Freude. Jesus sagt in Johannes 15, dass wir sie durch Bleiben in Ihm haben (Joh 15,11; Phil 4,4). In 1. Petrus 1,8 lesen wir: „Auf dass ihr euch freuet mit unaussprechlicher Freude“, und das selbst in Verfolgungen (Mt 5,11.12; Heb 10,34).
Nennen wir einige Beispiele wahrer Freude. Die Schrift bringt ihrer viele. Ganz zu Anfang lesen wir von der Freude der Eva, die bei der Geburt des Kain hoffte, den verheißenen Sohn geboren zu haben, der sie zurück in das verlorene Paradies bringen werde. Sie sagte voller Begeisterung: „Ich habe einen Mann gewonnen mit dem Herrn“ (l. Mose 4, 1). Hanna frohlockte bei der Geburt des Samuels, den sie im Glauben erfleht hatte und nun dem Herrn weihte (l. Sam. 2). Zacharias und Elisabeth stimmten einen Lobgesang an, als sie im Alter einen Sohn erhielten (Lk 1). Dasselbe hören wir von Maria, die über die Gnade frohlockte, dass sie aus den Millionen von Frauen die sein durfte, die der Herr auserkoren hatte, den Herrn in die Welt zu bringen. Und der greise Simeon lobte Gott, dass er den Erlöser aufnehmen durfte und in Frieden heimgehen konnte (Lk 2,29). Die Neubekehrten in Apostelgeschichte 2,47; 8,8.39 lobten Gott mit Freuden. Paulus und Silas erweckten Staunen über ihren Lobgesang, was zur Bekehrung des Kerkermeisters führte.
Freude ist die Frucht des Geistes (Gal 5,22), ja mehr, ein Befehl (Phil 3,1; 4,4). Am größten wird unsere Freude sein wenn wir Den sehen werden, der uns so geliebt hat (Off 1,5.6).