Behandelter Abschnitt 3Mo 16,1-2
Einleitung
Dieses Kapitel ist das Herz dieses Buches. Es bildet seine Grundlage. Hier wird die Frage beantwortet, wie ein heiliger Gott inmitten eines unheiligen Volkes wohnen und Gemeinschaft mit diesem Volk haben kann.
Die Opfer in den ersten Kapiteln dieses Buches werden fast ständig von individuellen Personen der Israeliten gebracht, seien es freiwillige (Brandopfer und Speisopfer) oder verpflichtende (Sündopfer und Schuldopfer). Von einem besonderen Tag war dabei keine Rede. Die Opfer am Versöhnungstag sollten jährlich gebracht werden, an einem vorgeschriebenen Tag, und waren für das ganze Volk. Der Nachdruck liegt auf dem Sündopfer und dem Blut. Das Kreuz wird auf fundamentale Weise vorgestellt als der Ort, an dem der Herr Jesus als das Sündopfer starb und wodurch Er die Grundlage für die Gemeinschaft zwischen Gott und seinem Volk schuf.
Das Passah stellt die Grundlage der Erlösung vor, die Befreiung aus Ägypten. Der Versöhnungstag geht weiter. Hierdurch ist die Möglichkeit geschaffen, dass ein erlöstes Volk Gemeinschaft mit Gott haben kann und Ihm im Heiligtum nahen kann.
Das Heiligtum ist ein Bild von dem Himmel der Himmel, wo der Thron Gottes steht, und wo wir freimütig als Priester nahen dürfen (Heb 10,19). Der Brief an die Hebräer ist eigentlich ein großer Kommentar zu diesem Kapitel. Das zeigt sich vor allen Dingen in dem Unterschied zwischen dem dritten Buch Mose und dem Brief an die Hebräer.
- Der Vorhang ist hier noch geschlossen, im Hebräerbrief ist der Zugang frei.
- Aaron war ein sündiger Hoherpriester, wohingegen der Herr Jesus vollkommen war und ist.
- Hier ist ständiges Wiederholen der Opfer und damit ein ständiges Erinnern an die Sünden (Heb 10,1-3), dort ein ein für alle Mal vollbrachtes Opfer (Heb 10,14). (Die Wiederholung bewies, dass es nur symbolisch war; die Kraft lag in dem Voraus-Hinweis auf das Opfer des Herrn Jesus.)
- Hier stand der Priester, dort hat Er sich auf immerdar gesetzt (Heb 10,11.12).
Verse 1.2 | Anlass für den großen Versöhnungstag
1 Und der HERR redete zu Mose nach dem Tod der beiden Söhne Aarons, als sie vor den HERRN hintraten und starben; 2 und der HERR sprach zu Mose: Rede zu deinem Bruder Aaron, dass er nicht zu aller Zeit in das Heiligtum hineingehe innerhalb des Vorhangs, vor den Deckel, der auf der Lade ist, damit er nicht sterbe; denn ich erscheine in der Wolke über dem Deckel.
Der Ausgangspunkt dieses Kapitels ist der Tod von zwei der höchst bevorrechtigten Menschen auf der Erde (3Mo 10,1.2). Wenn es für sie unmöglich ist, in die Gegenwart Gottes zu kommen, ohne zu sterben, so ist damit das totale Verlorensein des Menschen festgestellt. Wie kann dann ein Mensch Gott nahen? Das offenbart Gott bildlich in diesem Kapitel. Es gibt Antwort auf die Frage: Wie kann der heilige Gott in der Mitte solcher Menschen wohnen? Gott zeigt dafür den Weg.
Der Hohepriester legte dazu die Grundlage durch das Opfer, das er jährlich brachte. An diesem einen Tag kann er in das Heiligtum hineingehen. Aber nicht ohne Blut, das er für sich und für das Volk bringen soll (Heb 9,7). Das Blut kommt von verschiedenen Opfern. Jedes Opfer spricht von dem Herrn Jesus.