Das ist es, was der Apostel hier weiterhin darlegt. Denn es gibt noch einen anderen, ganz wichtigen Teil der Wahrheit und voller reicher Frucht für den Gläubigen: indem wir erwarten die glückselige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit unseres großen Gottes und Heilandes Jesus Christus (2,13).
Das, womit wir uns beschäftigen, formt unseren Charakter. Der Christ beschäftigt sich mit dem Herrn in Herrlichkeit. Wir können in dieser Hinsicht von Ihm sagen, was David von Goliaths Schwert sagte: „Seinesgleichen gibt es nicht“ (1Sam 21,10). Hatte es nicht den gerichtet, der die Macht des Todes hatte, das heißt, den Teufel? Das Wesentliche für das Heil eines Menschen ist zweifellos Christus und sein Werk für uns, das wir im Glauben annehmen. Wenn aber dem Gläubigen die wahre Hoffnung fehlt, so ist der Mangel auch damit nicht zu beheben. Denn das ist die Tatsache, auch wenn die Kraft des Glaubens und der Liebe viel dazu beitragen mag, die List Satans zu verhindern, der unter schönen Vorwänden falsche Hoffnungen als Ersatz für die eine Hoffnung, die den Gläubigen überliefert wurde, vortäuschen will. Da Christus der eigentliche Gegenstand des Glaubens ist, und da der Geist uns praktisch dadurch formt, dass wir Ihn für uns und in himmlischer Herrlichkeit auferstanden sehen und so in dasselbe Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit verwandelt werden (wie wir in 2. Korinther 3 lesen), so ist der richtige und göttlich gegebene Gegenstand der Hoffnung das Kommen Christi, um uns zu sich selbst aufzunehmen.
Der Apostel stellt hier in umfassender Weise nicht nur die glückselige Hoffnung dar, sondern auch die „Erscheinung der Herrlichkeit unseres großen Gottes und Heilandes Jesus Christus“. Die Gnade Gottes ist, wie wir wissen, bereits erschienen (V. 11), die heilbringende Gnade für alle Menschen. Wer die Gnade ablehnt, tut das auf eigene Gefahr; denn anders kann das Heil nicht erreicht werden, und je reicher und sicherer die Gnade ist, die rettet, desto schuldiger ist der Unglaube, der sie ablehnt oder missachtet. Die Gnade Gottes allein führt in einen Wandel der Gemeinschaft und der praktischen Gerechtigkeit für jeden Tag. Aber wir müssen auch auf „die glückselige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit“ warten (V. 13). Dies sind die beiden Teile, die den offenbarten Gegenstand ausmachen, den Gott uns vorstellen möchte.
Der eine Artikel, mit dem die Hoffnung und die Erscheinung genannt werden, klammert sie zusammen. Das bedeutet keineswegs, dass sie identisch wären. Sie werden aber ausdrücklich miteinander verbunden, um den umfassenden und zusammenhängenden Ausblick zu vermitteln. „Die glückselige Hoffnung“ ist das, was allein das Herz befriedigen kann. Es ist die Hoffnung, in der Gegenwart Christi in der Höhe zu sein, bei seinem Kommen in sein Ebenbild verwandelt zu werden und für immer bei Ihm zu sein. Die „Erscheinung der [göttlichen] Herrlichkeit“ ist damit verbunden und folgt zu gegebener Zeit, als jene Entfaltung oder göttliche Offenbarung in Macht.
Als erneuerte Menschen können wir uns nur wünschen, dass das moralische uns physische Übel und die arglistige Macht Satans völlig weggetan werden. Es ist der Herr Jesus, der das Weltreich des Herrn und seines Gesalbten einführt (Off 11,15). Wie Er die Gnade Gottes hierhergebracht hat, so wird Er die Herrlichkeit bringen, die an seinem Tag erscheinen wird. Er ist es, der sowohl unser großer Gott als auch unser Heiland genannt wird, damit wir sein wesentliches Wesen nicht vergessen, als Er sich entäußerte, um ein Knecht zu werden, und sich bis zum Tod am Kreuz erniedrigte, um die unendliche Hingabe seiner Liebe in der Erlösung zur Ehre Gottes zu vollenden. Er ist kein kleiner Gott, wie die Arianer vorgaben, sondern unser großer Gott und Erlöser.