„Seine Schenkel (sind) Säulen von weißem Marmor, gegründet auf Untersätze von feinem Gold“ (Hld 5,15).
Unter diesem Bilde wird in der Schrift gewöhnlich der Wandel dargestellt. „Alle Pfade des Herrn sind Güte und Wahrheit“ (Ps 25,10). In den „Säulen von weißem Marmor“ erblicken wir wohl die Stärke, die Beständigkeit und Dauerhaftigkeit aller Regierungswege des Herrn, während die „Untersätze von feinem Gold“ andeuten, dass göttliche Gerechtigkeit alle diese Wege charakterisiert. Göttliche Gerechtigkeit, allmächtige Kraft und Pfade der „Güte und Wahrheit“ sind die Kennzeichen des großen Königs von Zion. „Dein Thron, o Gott, ist von Ewigkeit zu Ewigkeit, und das Szepter der Aufrichtigkeit ist das Szepter deines Reiches. Du hast Gerechtigkeit geliebt und Gesetzlosigkeit gehasst; darum hat Gott, dein Gott, dich gesalbt mit Freudenöl über deine Genossen“ (Heb 1,8.9). „Und in den Tagen dieser Könige wird der Gott des Himmels ein Königreich aufrichten, das in Ewigkeit nicht zerstört und dessen Herrschaft keinem anderen Volk überlassen werden wird; es wird alle jene Königreiche zermalmen und vernichten, selbst aber in Ewigkeit bestehen“ (Dan 2,44).
„Seine Gestalt (ist) wie der Libanon, auserlesen wie die Zedern“ (Hld 5,15 b).
Nachdem die Braut ihren Geliebten von Kopf bis zu Fuß beschrieben hat, redet sie jetzt von Seiner ganzen Erscheinung, von der Gesamtheit aller jener herrlichen Züge; und diese Gestalt ist wie der Libanon, auserlesen wie die Zedern. Dieses Bild schildert offenbar Seine Majestät als der Messias. Die gewaltigen, himmelanstrebenden Zedern des Libanon sind in der Schrift das ständige Symbol von Erhabenheit, Macht und Größe. Glänzend wie feines, gediegenes Gold, geschmückt mit jeder Schönheit und Tugend, duftend wie die schönsten Blumen und reichsten Gewürze, herrlich und majestätisch gleich den Zedern des Libanon – so ist die Person ihres Geliebten.