Behandelter Abschnitt 1. Mose 17,23-27
1. Mose 17,23-27 - Ganzer Gehorsam
Ganzer Gehorsam. An demselbigen Tage beschnitt Abraham alles Männliche (1. Mose 17,23). So sollen alle wahren Glaubenskinder Abrahams handeln. Sofort irgendeinem Befehle Gottes gehorchen, selbst wenn er ein noch so schmerzliches Opfer bedeuten sollte. Abraham verschonte niemanden von diesem äußerst schmerzhaften Eingriff. Ganzer Gehorsam ist oft mit viel Not und Entsagung verbunden. Die Beschneidung an sich und seinen Nachkommen, die Abraham befohlen wurde, sollte das Siegel des Bundes sein, den Gott mit ihm schloß, der als ewiger Bund sich auf seine Nachkommen vererben sollte und selbst auf unseren Herrn sich vererbt hat, der beschnitten wurde, als er acht Tage alt war (Lk 2,21). Und Paulus berichtet in Phil 3,5, daß auch er beschnitten worden ist. Freilich ist es auch gerade Paulus, der den Gläubigen klar machte, daß die Beschneidung als solche niemals die reinigende Wirkung des Blutes Christi haben könne (Röm 2,28.29; Gal 5,6; Phil 3,3; Kol 2,11). Die Vollziehung der Beschneidung war ein Symbol, ein Hinweis auf den Weg dem Lamme nach, der ans Kreuz führt mit seinen Leiden und Schmerzen. Die angeführten Stellen lassen die tiefe Bedeutung erkennen, die Gott ihr beilegt. In Gottes Augen ist die Beschneidung des Herzens das Entscheidende, durch die der Bund zwischen Gott und uns geschlossen und besiegelt wird. Gott versteht unter Beschneidung die neue, die Wiedergeburt, jenes „Siehe, alles ist neu geworden“. Ohne diese Beschneidung können wir weder Gott leben noch Ihm dienen. Ehe Israel ins Land Kanaan einzog, mußte es beschnitten werden, die Schande Ägyptens mußte weggetan werden (Jos 5). Erst galt es, das steinerne Messer an sich selbst zu legen, das Fleisch zu kreuzigen, ehe die Israeliten ihre Schwerter gegen die Kanaaniter gebrauchen durften. Vergessen wir nie, daß dieser Bund nicht ein Abkommen zwischen gleichberechtigten Partnern ist, sondern daß der Allmächtige Sich in Seiner unaussprechlichen Liebe und Barmherzigkeit zu uns herabneigt, mit uns den Bund schließt, um uns vor dem ewigen Verderben zu retten. Welches sind die beiderseitigen Vertragsbedingungen? Wir müssen uns restlos Ihm übergeben, um recht frei zu werden (Joh 8,36). Dringen wir nur tief in die Bundesbedingungen ein, so werden auch die damit verbundenen Verheißungen unser sein, denn alles ist euer, sagt die Schrift (1Kor 3,21). Fruchtbarkeit in der Nachfolge Christi, die Rettung unseres Hauses, der Besitz des Landes, das in Abrahams Fall noch voller Feinde war, die Fülle geistlicher Segnungen und der bereits erwähnte neue Name (Off 2,17). Alle diese Segnungen sind dem Glaubenden zugesichert, der kindlich Gott glaubt wie Abraham, vor Ihm wandelt und Ihm ungeteilten Herzens nachfolgt. Gottes Beitrag zu diesem Bunde besteht in der Dahingabe Seines Sohnes, der an unserer Stelle starb, denn nur auf diesem Wege kann der Mensch vor dem ewigen Verderben gerettet und des neuen Bundes in Seinem Blut gewürdigt werden. Das ist der tiefste Sinn der Beschneidung der Herzen als Bekräftigung des Bundes, den Gott mit allen Menschen schließen möchte.